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125 Kinder auf 900 qmHelga Faust verschafft ihren Kindern mehr Spielraum
Auch in Thaleischweiler-Fröschen höre ich Stimmen, Rufe und Lachen, als ich mich dem Kindergarten nähere. Auch hier tauche ich in einen Klangteppich ein, doch die Harmonie der Geräusche ist eher einladend. Als erstes nehme ich Kinder in schneller Bewegung wahr. Eine Gruppe von Vier- und Fünfjährigen umrundet mit Rollern und Dreiräder einen Parcours. Mehrere Kinder spielen an einem steilen Hang mit breiter Rutsche. Sie probieren aus, wie es sich am besten rutschen läßt: Kopf zuerst, Beine zuerst, zu zweit, zu dritt, in einer Reihe. Für den Wiederaufstieg gibt es verschiedene Wege. Manche versuchen es rennend, nutzen den Schwung, der durch das Rutschen entstanden ist. Eine hölzerne Schräge mit Seil ist für den Rückweg besonders beliebt. Es ist der kürzeste Weg. Er erfordert Kraft und Geschicklichkeit und läßt den Holzboden wie eine Trommel dumpf erklingen. Während der zehn Minuten, die ich zuschaue, hält keines der Kinder wirklich inne, alle rennen und rutschen ohne Pause, rufen, lachen und erzählen sich gegenseitig, was sie erleben. Laut und lustvoll kommentieren sie ihr Tun. Ab und zu läuft eines der Kinder zu der Erzieherin, die etwas abseits steht, berichtet ihr, was es gerade erlebt, und geht dann ins Spiel zurück. Zu keiner Zeit besteht für die Erzieherin Anlaß, ihre Beobachterrolle zu verlassen.
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